Zwiebellook

Was ist der Zwiebellook? Das Zwiebelprinzip einfach erklärt (03/21)

Zuletzt aktualisiert am 12. März 2021 von softshellmantel.de

Inhaltsverzeichnis:

Was ist der Zwiebellook?

Hast Du auch schon mal auf einer Winterwanderung oder einer Ski-Tour trotz dicker Jacke gefroren? Oder im Frühling oder Herbst unter Deiner Jacke geschwitzt?
Gerade bei sportlichen Outdoor-Aktivitäten ist es wichtig, dass Deine Kleidung über ein gewisses Maß an Funktionalität verfügt, auf die Du Dich verlassen kannst. Die Lösung für all das ist der sogenannte Zwiebellook, auch Zwiebelprinzip oder Prinzip der Mehrlagigkeit genannt. Was ist das? Zwiebellook bedeutet, dass Du Deine Kleidung in aufeinander abgestimmten Lagen übereinander trägst. Diese Lagen müssen eine Einheit bilden und zusammenarbeiten. Nur dann ist eine ausreichende Luftzirkulation zwischen Deinem Körper und den einzelnen Schichten möglich, so dass der Schweiß optimal nach außen transportiert werden kann.

Wie funktioniert der Zwiebellook?

Ziel des Zwiebellooks ist es, durch die Leistung jeder einzelnen Schicht und deren Zusammenspiel einen optimalen Tragekomfort zu erreichen. Du sollst weder schwitzen noch frieren. Der Zwiebellook macht vor allem bei niedrigen Temperaturen Sinn. Bei Kälte und gleichzeitiger Inaktivität soll die Kleidung Deinen Körper warmhalten, d.h. dafür sorgen, dass die Körperwärme nicht durch die Kleidung entweicht und Du anfängst zu frieren. Bei sportlichen Aktivitäten in kalter Luft soll die Kleidung weiterhin Deine Körperwärme speichern, aber gleichzeitig den durch die Bewegung entstehenden Schweiß nach außen weiterleiten.

Kleidung, die atmet

Achtung, jetzt wird es etwas technisch. 😉 Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufnehmen, als kalte Luft. Unter der Kleidung ist es bei Schweißbildung warm und feucht. Das heißt, es entsteht ein Temperaturgefälle von innen nach außen. Mit dem Temperaturgefälle entsteht gleichzeitig ein sogenanntes Dampfdruckgefälle. Dieses Dampfdruckgefälle bewirkt, dass die Feuchtigkeit durch die einzelnen Kleidungsschichten vom Körper nach außen „wandert“ (diffundiert). Mit anderen Worten: die Kleidung ist atmungsaktiv. Das tolle an modernen Funktionsjacken ist, dass sie durch eine integrierte Membran sowohl wasser- und winddicht, gleichzeitig aber auch atmungsaktiv sind: die Feuchtigkeit kann aufgrund des Dampfdruckgefälles von innen durch die Poren in der Membran nach außen diffundieren. Das Regenwasser kann aber nicht durch die Poren ins Innere gelangen.

Der Zwiebellook hält Dich flexibel

Ein weiterer Vorteil beim Zwiebellook ist, dass Du die ein oder andere Lage ausziehen kannst, wenn es Dir, z.B. bei der Winterwanderung, zu warm wird. Wenn Du eine Pause machst, ziehst Du einfach wieder alle Lagen an, um nicht zu frieren. Mit dem Zwiebellook bist Du immer flexibel und kannst Dich jederzeit den aktuellen Gegebenheiten anpassen.

Im Sommer bzw. bei warmen Temperaturen macht ein Zwiebellook eher weniger Sinn. Wenn es warm ist, kannst Du auf die isolierende (wärmende) Zwischenschicht sowieso verzichten. Zu empfehlen ist hier ein Funktions-Shirt und eventuell eine dünne atmungsaktive Softshell- oder Hardshell-Jacke, falls es regnet.

Zusammenspiel der einzelnen Schichten

Das anfangs erwähnte Zusammenspiel der einzelnen Bekleidungsschichten ist beim Zwiebelprinzip sehr wichtig und nur gewährleistet, wenn das richtige Material verwendet wird. Einer der am häufigsten von Anfängern gemachte Fehler ist, dass unter einer atmungsaktiven Jacke ein Shirt aus Baumwolle getragen wird. Ein Transport des Schweißes vom Körper nach außen ist dann nicht mehr möglich. Baumwolle leitet die Feuchtigkeit nicht weiter, sondern saugt sich voll. Ein Shirt mit einem hohen Synthetik-Anteil dagegen nimmt den Körperschweiß nicht auf, sondern gibt ihn direkt weiter an die Luft oder die nächste Kleidungsschicht (z.B. Funktionsjacke).

Welche Schichten gibt es beim Zwiebellook?

Zum Zwiebellook gehören nach klassischer Tradition drei Schichten mit jeweils unterschiedlicher Funktion. Die Zahl 3 ist hierbei nicht in Stein gemeißelt. Je nach Witterung und Temperatur bist Du natürlich frei in der Zusammenstellung der einzelnen Schichten. An warmen Tagen wirst Du die zweite (isolierende) Schicht nicht brauchen und einfach weglassen. An sehr kalten Tagen kann es sinnvoll sein, statt einem dicken Fleece zwei dünnere als zweite Schicht übereinander zu tragen. Damit bist Du noch flexibler.

Erste Schicht (Baselayer) – Feuchtigkeitsregulierung

Die erste Schicht liegt direkt auf der Haut und hat den Zweck, entstehende Feuchtigkeit in Form von Schweiß sofort nach außen an die nächste Schicht weiterzuleiten. So bleibt die Haut trocken. Besonders gut geeignet hierfür sind eng anliegende und elastische Kleidungsstücke aus Synthetikfasern oder Merinowolle (Funktionsunterwäsche).

Zweite Schicht (Midlayer) – Isolation

Die zweite Schicht hat eine isolierende Funktion und ist verantwortlich für ein angenehmes Klima. Sie hält Deine Körperwärme zurück, leitet aber entstehende Feuchtigkeit nach außen ab. Je nachdem, wie warm oder kalt Dir ist, kannst Du die mittlere Schicht an oder auszuziehen. So lässt sich Deine Körpertemperatur am besten regulieren.
Für die mittlere Schicht kommt sehr häufig Fleece oder auch Softshell zum Einsatz. Fleece und Softshell gibt es in verschiedenen Stärken und Ausführungen.

Dritte Schicht (Outer Layer) – Schutz vor Wind und Wetter

Die dritte Schicht schützt Dich vor Regen, Schnee und Wind. Durch die Winddichtigkeit verhindert sie, dass Du frierst und auskühlst. Die Atmungsaktivität sorgt dafür, dass Du nicht schwitzt, und die Wasserfestigkeit hält Dich bei Regen und Schnee trocken.
Die Materialien moderner Funktionsjacken sind mittlerweile weit entwickelt und nicht mehr so steif und dick, wie zu den Anfangszeiten.

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